Eins Vorweg: Herkömmliche Öfen haben aus unterschiedlichen Gründen in Passivhäusern nichts verloren:

  • Einfache Kaminöfen haben eine Heizleistung von 6 bis 8 kW und sind damit aufgrund der guten Dämmung des Passivhauses schon deutlich überdimensioniert! Der Raum wäre innerhalb kürzester Zeit überhitzt.
  • Feuer braucht Sauerstoff, welche bei gewöhnlichen Öfen aus der Raumluft entnommen wird; durch die höhere Undichtigkeit ist dies auch kein Problem, da frische Luft durch die Wände nachströmen kann. Im Passivhaus ist dies aufgrund der hohen Dichtigkeit nicht möglich und die Lüftungsanlage kann diese Funktion auch nicht übernehmen.
  • Zusätzlich sorgen die notwendigen Ofenrohre für Durchdringungen der Aussenwand und somit zu ungehinderten Austausch kalter Luft.

Muss man nun im Passivhaus auf das faszinierende Züngelspiel der Flammen gänzlich verzichten?

Nein. Es gibt einfache Lösungen wie z.B. Ethanolöfen. Diese arbeiten mit Bioalkohol schadstofffrei und ohne Rauchentwicklung, können also ohne zusätzliche Vorkehrungen in einem Passivhaus betrieben werden. Mit einer Heizleistung von 1-3 kW würden sie in einem konventionellen Haus nicht viel ausrichten. Für ein Passivhaus sind sie allerdings genau richtig dimensioniert und führen zu einem gemütlich warmen Wohnzimmer.

Sofern man die Romantik von brennendem Holz wünscht, gibt es auch dort aufwändigere raumluftunabhängige Geräte, welche mit der anfallenden überschüssigen Wärme sogar den Warmwasserspeicher aufladen können. Lösungen in diese Richtung bieten beispielsweise Gerco und Wodtke an.

Grundsätzlich sind Öfen in Passivhäusern unter Berücksichtigung gewisser technischer Restriktionen durchaus möglich!

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Aktuellen „Passivhaus Kompendium 2010“.

Getagged mit
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.