Amortisation

Es ist kurzsichtig, bei der Berechnung der Objektkosten nur die Investitionskosten zu berücksichtigen, die für die Erstellung des Gebäudes nötig sind. Die Anschaffung eines Eigenheims ist eine Investition fürs Leben und es sollten sämtliche Faktoren kostenmäßig erfasst werden. Für eine langfristige Betrachtung ist eine Fülle an Faktoren zu berücksichtigen:

  • Energieverbrauch
  • Lebensdauer der Komponenten (Haustechnik, Bauteile)
  • Energiebedarf für den Hilfsstrom
  • Nebenkosten und Grundgebühren
  • Staatliche Fördermittel
  • Energiekostensteigerung
  • Finanzierung

Das Passivhaus erfüllt als System und in seinen einzelnen Baukomponenten höchste Qualitätsanforderungen. Die einzelnen Komponenten haben eine außergewöhnlich hohe Lebensdauer. In der Haustechnik (z.B. Lüftungsanlage) gibt es kaum Verschleißteile. Die für Reparaturen und Verschleiß anfällige herkömmliche Heizungsanlage wird beim Passivhaus sehr oft überflüssig und verursacht auch somit keine hohen Nebenkosten wie für die Wartung.

Die hohe Lebensdauer der Lüftungsanlage gegenüber einer Heizungsanlage minimiert teure Re-Investitionen. Die Ausführungsqualität ist von zentraler Bedeutung, um den Passivhaus-Grundgedanken zu erfüllen. Wärmebrückenfreiheit, die luftdichte Gebäudehülle zur Gewährleistung einer effizienten Lüftungstechnik und sämtliche Fenster- und Bauteilanschlüsse sind mit einem finanziellen Mehraufwand verbunden, dafür steigt die Qualität und Lebensdauer des Bauprojekts.

Statistisch gesehen werden bei einem konventionellen Bauprojekt in den ersten acht Jahren Kosten durch Bauschäden und Mängel in Höhe von durchschnittlich ca. 20000 € pro Einfamilienhaus verursacht!

Bei einem Passivhaus werden Bauschäden und dadurch auch Kosten durch eine intensivere Planung und hochwertigere Ausführung vermieden. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren und der staatlichen Förderung kann der monatliche Finanzierungsbedarf für ein Passivhaus von Anfang an geringer sein als bei einem Haus in traditioneller Bauweise.

Die exakte wirtschaftliche Untersuchung erfordert jedoch einen hohen Rechenaufwand und einschlägige Kenntnisse in der Finanzmathematik. Daher bieten sich heutzutage EDV-Programme (z.B. Energiekostenberater), die auf dem Markt erhältlich sind, zur Wirtschaftlichkeitsberechnung an. Von Anfang an ist die jährliche Kostenbelastung mit dem Passivhaus geringer. Und nach Abzahlung der Kredite in 20 Jahren profitiert der Bauherr allein vom extrem geringen Energieverbrauch sowie einem hohen Wiederverkaufswert.

 

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