Bau-, Unterhalts- und andere Kosten

Baukosten

Das Passivhaus-Konzept ist deshalb so erfolgreich, weil einerseits konsequent auf Energieeffizienz und die Entwicklung optimierter Komponenten gesetzt wird. Auf der anderen Seite werden diejenigen Techniken angewandt, die wirtschaftlich möglichst günstig zu bewerten sind. Voraussetzung ist eine Optimierung der Kosten bei der Gebäudeplanung. Für die Konstruktionen der gedämmten Hülle gilt die Maxime: Raum für Dämmung schaffen ohne konstruktiven Mehraufwand.

Passivhausfenster kosten derzeit 15-30% mehr als Standardfenster. Die bessere Wärmedämmung erfordert mehr Dämmstoff und seine Anbringung, die besseren Fenster eine beschichtete Scheibe mehr und einen gedämmten Fensterrahmen, die Wärmerückgewinnung ein Luftkanalnetz. Um auf der sicheren Seite zu bleiben, werden für die weitere Rechnung 15000 € zusätzliche Investitionen angenommen. Dafür ist der Passivhaus-Standard bei einem Einfamilienhaus auf jeden Fall zu schaffen.

Auswertungen gebauter Passivhausprojekte zeigen, dass die Herstellung heute im Mittel etwa 8% teurer als ein konventionell gebautes Haus ist. Wie bei allen Neubauten gibt es jedoch breites Kostenspektrum.

Unterhaltskosten

Da im Normalfall als Heizung eine Wärmepumpe zum Einsatz kommt, die Strom verbraucht, wird der Strombedarf insgesamt höher, dafür fallen keine gesonderten Heizungskosten an. Die Wärmepumpen wandeln 1 kWh elektrische Energie in etwa 3 kWh Heizleistung um. Der gesamte Stromverbrauch (Warmwasser, Licht, Heizung etc.) eines Passiv-Einfamilienhauses mit 160 m2 Gesamtfläche kann mit etwa 6400 kWh im Jahr angenommen werden. Etwa jeweils die Hälfte davon ist Wärmebedarf (Heizung/Warmwasser) und sonstiger Verbrauch (Licht/Küchengeräte etc.). Der Wartungsaufwand für die Haustechnik entspricht dem eines normalen Wohnhauses.

Nebenkosten

Fixe Nebenkosten wie Grundgebühren oder Schornsteinfegerkosten sind oft unabhängig vom Energieverbrauch. Ausnahmen wie z.B. bei den Stromtarifen werden hier vernachlässigt. Jedoch hängen die Nebenkosten stark vom Heizsystem ab. Aus dem Passivhaus-Grundsatz auf ein aktives Heizsystem zu verzichten, leitet sich die Notwendigkeit eines kontrollierten Be- und Entlüftungssystem mit effizienter Wärmerückgewinnung ab. Das können ein Erdreichwärmetauscher und/oder eine Wärmepumpe sowie ein Pufferspeicher mit oder ohne Solaranlage sein. Durch Solaranlagen und Wärmepumpen wird gegenüber einer Luftheizung, die mit Strom betrieben wird, ein großer Teil an Primärenergie eingespart. Darüber hinaus halten sich Nebenkosten bei derartigen Anlagen in Grenzen.

Während sich bei aktiven Heizsystem Kosten einstellen, wie die Investition eines Schornsteins, die Zahlung der Schornsteinfegergebühr und die Wartung der Anlagentechnik, reduzieren sich reine Lüftungsanlagenkombinationen auf den Wechsel der Filter.

Re-Investitionen werden bei einfachen Anlagen nur bei Wärmepumpen erwartet. Bei konventionellen Passivhaustechniken belaufen sich die jährlichen Nebenkosten auf nur ca. 10% gegenüber öl- oder gasbetriebenen Heizungsanlagen. Ein gewaltiges Einsparpotenzial liegt allein in der Wartung sowie der Abgasmessung solcher Systeme. Der Anteil von Nebenkosten sollte also in keinem Fall ignoriert werden, sondern ist fester Bestandteil jeder wirtschaftlichen Betrachtung.

Fazit

Ein genauer Kostenvergleich ist schwierig. Die folgende Annahme ist nach derzeitigem Erfahrungsstand relativ defensiv: Die Kosten für die Installation der Haustechnik bleiben etwa gleich (statt Heizkörpern wird die Lüftung installiert, statt einem Brenner die Wärmepumpe etc.), für die Fenster und die Gebäudehülle entstehen Mehrkosten von etwa 8% der Bausumme. Diesen Mehrkosten stehen die gesparten Energiekosten gegenüber, und die Möglichkeit mit einem günstigeren Kredit von der KfW Finanzierungskosten zu sparen. Es gibt Passivhäuser, bei denen die gesparten Energiekosten höher sind als die Kosten für den zusätzlichen Finanzbedarf, in diesen Fällen ist ein Passivhaus vom ersten Tag an günstiger.

 

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