Wirtschaftlichkeit

Noch vor wenigen Jahren wurde die durchschnittliche Energieeinsparung von 90% gegenüber konventionell erstellten Gebäuden innerhalb der gesamten Lebenszeit von Passivhäusern für unmöglich erklärt. Mittlerweile wurde aber durch eine Fülle von praktischen Beispielen bewiesen, dass das Passivhauskonzept zuverlässig funktioniert.

Dennoch halten sich, gerade im Hinblick auf Einfamilienhäuser, hartnäckig einige Vorurteile. Die größten Bedenken einiger Bauherren bestehen hinsichtlich der höheren Baukosten. Die Folgekosten eines Gebäudes werden bei der Beurteilung der Finanzierungs- und Werterhaltungsfrage immer noch nicht als wesentlicher Faktor für den Bauherrn betrachtet.

Ein Bauherr, der bei einem Bauträger 180000 € für ein Haus bezahlt, bei der Konkurrenz hingegen nur 179000 € aufbringen müsste, glaubt er habe gegenüber dem teureren Anbieter 1000 € gespart. Das kann oftmals ein Irrtum mit langfristigen Folgen sein, wenn man die durchschnittliche Qualität im Einfamilienhausbau zugrunde legt. Die anfängliche Ersparnis kann sich in einen bis zu 200fachen Verlust verwandeln. Auch der Gedanke an hochwertige Fenster, die um einiges teurer als herkömmliche sind, schreckt den Bauherrn vor der Realisierung eines Passivhauses ab. Mehrkosten entstehen dabei unter anderem durch die aufwendige Produktion.

Durch die eingesparten Energiekosten amortisieren sich die 5-15% höheren Baukosten innerhalb weniger Jahre.

Weiter wird irrtümlich verbreitet, dass Lüftungsanlagen zu den Beschaffungskosten addiert werden müssen. Der Grundgedanke eines Passivhauses ist jedoch: Der Energiebedarf ist so gering, dass auf ein herkömmliches Heizsystem verzichtet werden kann und der Wärmerückgewinn aus der Abluft den größten Teil unserer Heizwärmeenergie deckt. Es stellen sich daher nur Kosten ein, die sich aus der Differenz der Kosten aus Lüftung und Heizung ergeben.

Was das entscheidende ist: Es müssen auch Minderkosten berücksichtigt werden! Der Gasanschluss, der mit bis zu 2500 € zu Buche schlägt und die jährliche Grundgebühr von bis zu 250 € sowie die Heizungswartung und die Schornsteinfegergebühr, die statistisch bis zu 400 € pro Jahr betragen. Dass alles sind Kosten, die beim Passivhaus nicht entstehen.

 

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