Kirchenneubauten sind heute eher selten. Umso größer ist das Interesse, wenn für einen Neubau der Weihungstermin bekannt gegeben wird. Am 28. März 2015 ist es in Immerath (neu) soweit. Der Aachener Weihbischof Karl Bosch weiht die neue Kapelle und das in einem Gebäude eingebundene Begegnungszentrum ein.

 

Begegnungsstätte   Foto:  Jürgen Laaser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Begegnungsstätte Immerath  Glocken  Foto: Jürgen Laaser

 

Von außen erinnert die verklinkerte Fassade an den Tuffstein des „Immerather Doms“ der dem Braunkohleabbau weichen muss. Damit ist auch der Kirchenneubau begründet. Immerath fällt dem Kohleabbau zum Opfer und die Umsiedler in Immerath (neu) können nach zwei Jahren Bauzeit, St. Lambertus mit Lebenfüllen. Aus der alten Kirche versehen bereits drei Glocken ihren Dienst im neuen Glockenturm. Eine vierte wird später ihren Platz im Turm einnehmen. Sie verunglückte auf dem Transport und befindet sich zurzeit in Reparatur.

 

 

Unter dem Klinker der Außenfassade verbirgt sich eine Besonderheit in der Passivhausbauweise. Die Außenwände sind nicht nach dem üblichen Wärmedämmverbundsystem für Gebäude nach dem Passivhausstandard erstellt. Für die Begegnungsstätte wurde ein monolithischer Wandaufbau gewählt. Zum Einsatz kam der Proton-P, ein perlitverfüllter Ziegel, der mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,09 bis 0,07 W/(m·K) bereits als Dämmstoff eingestuft ist. Die Dämmung steckt schon im Ziegel, es ist kein mehrschaliger Wandaufbau erforderlich. Der Ziegel bietet außerdem einen sommerlichen Wärmeschutz, einen guten Schallschutz und erfüllt die höchsten Brandschutzanforderungen.

Der Kückhovener Architekt Johannes Klomp entwarf den Gebäudekomplex. Er ist in zwei Bereiche unterteilt. Die Kapelle mit dem 16 Meter hohen Glockenturm, das Foyer mit einer Tageslichtkuppel von drei Meter im Durchmesser, der Haustechnik sowie Büro und Sanitärbereich. Der andere Bereich ist mit einem fast über die gesamte Gebäudelänge überdachten Lichtgang verbunden ist. Hier schließen sich die Sakristei, zwei Versammlungsräume sowie Küche, weitere Büro und Sanitärbereiche an. Über den wirkungsvollen Lichtgang können Besucher das gesamte Gebäude durchschreiten. Auf beiden Seiten mündet der Gang in Außentüren über die an Fronleichnam beispielsweise die Prozession vom benachbarten Lunapark die Kirche erreichen kann.

Der Erkelenz Karl-Heinz Laufs übernahm die künstlerische Innengestaltung des Gebäudes. Die Fa. Sommer Baustatik GmbH zeichnet für die Statik verantwortlich. Wobei der Glockenturm auf Grund seiner Besonderheit von einem erfahrenen Statiker aus der Eifel übernommen wurde. Die Einhaltung des Passivhausstandards und technische Gebäudeausstattung für den gesamten Gebäudekomplex ist eine Leistung der Fa. Sommer Passivhaus GmbH.

Für das Gebäude entstehen fast keine Energiekosten. Dafür sorgen Erdwärme, Sonnenenergie und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Alle Räume haben eine Fußbodenheizung.

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Lichtgang   Foto: Jürgen LaaserKapelle    Foto:   Jürgen Laaser

Neben den vier Glocken fanden weitere Dinge aus der alten Kirche den Weg in das neue Begegnungszentrum. Das Taufbecken mit Bodenfliesen, verschiedene Figuren, Fenster und eine Tafel die aus einer Stufe des Hauptaltars gefertigt ist. Sie fand ihren Platz in einer Mauernische als Schlussstein, hinter dem sich eine handgefertigten Urkunde, Tageszeitungen und Münzgeld in einem Metallzylinder verschlossen. Auch einige alte Kirchenfenster wurden wiederverwendet. Zwei trennen die Sakristei von einem Versammlungsraum ab, zwei weitere einen zweiten größeren Versammlungsraum vom Vorraum der Küche. Insgesamt ist in der Begegnungsstätte eine offene, helle Architektur gelungen.

Fotoquelle: RP-online     Fotos:  Jürgen Laars
von oben nach unten: Aussenansicht, Glockenstuhl, Phothovoltaikanlage,
Johannes Klomp und Jürgen Lars am alten Taufbecken, Lichtgang und Kapelle

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