Das sollte auf der Rechnung stehen wenn…

 

Pferdekopfölpumpe

Pferdekopfölpumpe

 

…ja wenn die Anbieter der oben genannten Energieformen die Preise die zurzeit auf dem Weltmarkt gelten, an die Endverbraucher weiter gegeben würden. Das ist aber nicht der Fall und kann es auch nicht sein. Denn der Steueranteil, z.B. bei Benzin von gut 60 Prozent, bleibt bestehen.

 

Vorab, wir freuen uns an der Tankstelle oder beim Heizölkauf über niedrigere Preise als sie es noch vor einem Jahr waren. In früheren Jahren nutzten die Energielieferanten jede noch so kleine Kriese auf der Welt als Grund für eine Preiserhöhung. Kriesen gibt es genug auf der Welt und in die Bundesregierung tut einiges um ihre Klimaschutzziele bis 2020 zu erreichen. Bis dahin sollen die Emissionen an Treibhausgasen um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Das bedeutet Energie einsparen wo immer es geht. Doch diese Ziele kosten viel Geld. Am stärksten soll das im Bereich der Heizenergie für Wohnungen umgesetzt werden. Das steht im Wiederspruch zu den aktuellen Energiepreisen. Energie scheint im Überfluss vorhanden zu sein. Ist sie derzeit auch.

Was ist der Grund dafür?

Da ist zum einen der Ölboom in den USA zu nennen. Fracking Öl, eine bei Umweltschützern umstrittene Fördermethode, bei der Öl mithilfe von Wasser, Sand und Chemikalien unter Hochdruck aus der Tiefe gepresst wird. Das ist aufwendig und teurer als die konventionelle Förderung. Sinkt der Ölpreis unter 70 Dollar je Barrel, das ist mit knapp 60 Dollar bereits der Fall, rechnet sich das Fracking nicht mehr. Das könnte die Erschließung weiterer Vorkommen bremsen und die Produktion rasch sinken lassen. Die US-Wirtschaft würde das schwer belasten. Der heimische Energieboom war der wichtigste Treiber ihrer Erholung im Zuge der jüngsten Finanzkriese. Ein Hauptgrund für den Rückgang des Ölpreises ist billiges Öl aus Saudi-Arabien. Der größte Erdölexporteur der Welt hat die Preise exklusiv für den USA-Markt reduziert um der neuen US-Konkurrenz zu begegnen. Die Ölproduktionder USA ist in den letzten 6 Jahren um fast 70 Prozent gestiegen. Gleichzeitig halbierten sich die Importe aus den Opec-Ländern. Fracking hat zu dem die Erdgasförderung gesteigert. Das große Angebot führte zu historisch niedrigen Preisen.

Schema Hydraulikfracking

Schema Hydraulicfracking

 

 

 

 

 

 

 

Mischstation für Fracfluide zum Wasser. North Dakota

Mischstation für Fracfluide zum Wasser. North Dakota

 

 

 

 

 

 

 

 

Rückflusswassergrupe in North Dakota (Wäre in Deutschland nicht möglich)

Rückflusswassergrube in North Dakota
(Wäre in Deutschland nicht möglich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Schwellenländern wächst die Wirtschaft langsamer als erwartet, in Japan schrumpft sie sogar. Chinas Wirtschaft wächst noch, aber ebenfalls langsamer. Die Folge, geringere Ölnachfrage. In Europa ist der Winter 2013/2014 fast ausgefallen. Die Öllager in den Haushalten sind noch gut gefüllt.

in diesem Winter ändert sich der Lauf der Welt. Das liegt einzig und allein am Ölpreis. Der Preisverfall hat innerhalb weniger Wochen zu einer weitreichenden Korrektur der weltwirtschaftlichen Lageeinschätzung geführt. Noch im Spätsommer sah es so aus, als würde Deutschland erneut in eine Rezession stürzen. Nun steigen die Auftragseingänge der Unternehmen wieder.

Dank des billigen Öls könnte Europa seine Krise doch noch hinter sich lassen – und der Westen seine Vorherrschaft in der Welt zumindest für die nächsten Jahre bewahren.

Aus Sicht der Industriestaaten ist der Preisrückgang ein gewaltiges Konjunkturprogramm, für dessen Rechnung Saudi-Arabien, Russland und andere Förderstaaten aufkommen. Ob Benzin, Heizöl oder Erdgas, die Verbraucher in den Öl importierenden Ländern müssen erheblich weniger für Energie bezahlen. Noch!

Doch genauso wie die Analysten und Marktteilnehmer vom drastischen Rückgang des Ölpreises überrascht wurden so droht der Preiskrieg mit den Saudis die US-Wirtschaft langfristig an empfindlicher Stelle. Denn viele kleine und unabhängige Unternehmen haben das Wachstum der vergangenen Jahre mit großzügiger Hilfe der Wall Street gestemmt. Die Finanzbranche und Investoren auf der Suche nach mehr Rendite förderten den Fracking-Boom mithilfe sogenannter Junk-Bonds- „Müll-Anleihen“ von Unternehmen mit hoher Verzinsung und hohen Ausfallrisiko. Barclays zufolge würden in 2014 noch 156 Milliarden Dollar in die Erschließung und Produktion von Vorkommen in den USA fließen. Doch es drohen neue Probleme, eine Zinserhöhung macht es schwieriger günstige Kredite zu bekommen. Gleichzeitig sinken die Erlöse der Branche weil der Ölpreis fällt. Und die schon existierende Schuldenlast wird im Verhältnis zu den Einnahmen steigen. Verschärft wird die Lage noch durch eine Besonderheit beim Fracking. Anders als bei konventionellen Ölquellen geht die Produktion schon nach einem Jahr oft um bis zu 50 Prozent zurück. Das zwingt die Unternehmen, laufend neue Quellen zu erschließen, um das Produktionsvolumen aufrechtzuerhalten, wozu sie Geld brauchen, das sie investieren können. Das stellt besonders kleine Produzenten vor Probleme. Die Entwicklung trifft aber auch die großen. Neuerschließungen wurden zurück gefahren, oder auf neue Bohrtürme verzichtet. Die ganze amerikanische Produktion droht nun geringer auszufallen. So schnelle der US-Ölboom gekommen ist, so schnell könnte er wieder verschwinden.

Was bedeutet das für den Bauinteressenten? Angesichts der unklaren Situation auf dem Weltölmarkt bestehen große Unsicherheiten wie es weitergeht. Laut der IEA (Internationale Energieagentur) hat die Ölschwemme sogar die Spekulanten und Preistreiber abgeschreckt – vorerst. Das Problem ist nur: Amerikas Ölproduktion wird sich schon bald nicht mehr steigern lassen. Um das Jahr 2020 wird sich wohl ihr Maximum erreichen und danach langsam sinken. Die Frage ist nur, wer anschließend neues Öl aus dem Boden holt – dann, wenn die Weltwirtschaft sich erholt hat und die Nachfrage nach Öl wieder wächst. Der Gaspreis ist am Rohölpreis gekoppelt und würde dann ebenfalls steigen. Unabhängig von diesen Energieformen ist das Gebot. Es ist beim Hausbau schon längst erreichbar. Die Technik ist vorhanden und ausgereift. Es gilt sie umzusetzen und zu nutzen.

Alle Fotos und Grafik: wickipedia
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