Eile ist geboten!

 

2014 06 06 Baustelle mit KranBauen ist seit 2009 um ca. 12 % teurer geworden. Die aktuell seit Mai 2014 gültige strengere Energieeinsparverordnung wird das Bauen ab 2016 nochmals verteuern. Da ist es gut, wenn die Zinsen für Baugeld immer noch sehr niedrig sind. Das ist ein Grund, ein Bauvorhaben in Angriff zu nehmen.

Viel wichtiger ist aber der Zeitpunkt für den Baubeginn und die vertragliche Regelung. Nach Berechnungen des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen werden sich die Baukosten voraussichtlich bei einem Teil der Neubauten um etwa 8 % erhöhen. Um Kosten zu sparen werden einige Bauvorhaben noch vor Inkrafttreten der EnEV 2014 in Auftrag gegen worden sein.

Der Knackpunkt ist die Fertigstellung des Bauprojektes. Sollte die Fertigstellung erst im Jahr 2016 erfolgen, und die dann gültigen energetischen Vorgaben nicht eingehalten wurden, kann es zu Auseinandersetzungen bis zum Rechtsstreit kommen.

Vorweg einige Grundsätze aus der EnEV 2014:

Um 25 % sinkt bei Neubauten ab 2016 der Jahres-Primärenergiebedarf im Vergleich mit der EnEV 2009. Der Jahres-Primärenergiebedarf ist die fossile Energiemenge (Gas, Öl) die gewonnen werden muss um den Gesamtverbrauch eines Gebäudes für ein Jahr zu decken. Das ist die Regelung für Wohngebäude. Ausnahme: Nichtwohngebäude mit mehr als 4 Meter Raumhöhe und mit Gebläse- oder Strahlungsheizung dezentral erwärmt.

Um ca. 20 % sinkt der Transmissionswärmeverlust. Das ist eine Aussage darüber, welche Dämmwirkung alle Außenbauteile (wie Wände, Dach und Fenster) haben. Zum Vergleich wird ein Referenzgebäude herangezogen. Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung sind einige Werte für den Vergleich. Dazu gehört auch der sommerliche Wärmeschutz für nicht gekühlte Gebäude.

Vom Energiebedarf eines Gebäudes durfte schon nach der EnEV 2009 der Strom aus erneuerbaren Energien (wie Solarenergie) abgezogen werden. Die Anlage muss aber in unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Gebäude erzeugt und auch in erster Linie selbst genutzt werden. Geändert hat sich mit der EnEV 2014 ein entsprechendes Berechnungsverfahren und die Ausstellung des Energieausweises.

Jetzt, nach dem 1. Mai ist je nach Genehmigungsbedürftigkeit des Bauvorhabens die EnEV 2009 anzuwenden. Der Bauherr kann aber verlangen bzw. wird vereinbart die Vorgaben der EnEV 2014 anzuwenden. Wichtig ist jetzt, was passiert wenn die Abnahme erst 2016 ist?

Bauträger und Bauunternehmer sollten vor Vertragsabschluss festlegen, welchem EnEV-Standard sie haftpflichtig sein wollen.

Beispiel: Ein Nichtwohngebäude soll zu einem Wohnhaus mit mehreren Wohnungen ausgebaut werden. Der Bauantrag wird in 2014 abgeschlossen. Fertigstellung ist in 2016. Das Dach erfüllt nur die EnEV 2009 und in den Verträgen war nichts zur EnEV vereinbart. Der Erwerber kann jetzt verlangen, dass das Dach auf den Stand gebracht wird der nach EnEV 2014 gültig ist. Der Erwerber kann hier erwarten, dass die zum Zeitpunkt der Abnahme gültigen Energiestandards erfüllt werden. Die Anforderungen der EnEV 2014 sind maßgeblich da die Abnahme in 2016 erfolgte.

Das Beispiel zeigt, es ist von Bedeutung, welche Standards wurden vereinbart bzw. vertraglich festgelegt und welche öffentlich –rechtlichen Anforderungen müssen zum Zeitpunkt der Abnahme erfüllt sein. Für Bauträger und Bauunternehmer sollte im Vertrag fest verankert sein, nach welchem EnEV –Standard eine Bauausführung durchgeführt wird.

Bild: Fa. Sommer Passivhaus GmbH
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