Nachhaltig bedeutet in die Zukunft schauen!

Bildquelle: Fa. HeGro, Bergkamen

Der Gesetzgeber zwingt nach der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV)  jeden, der ein neues Haus baut, großen Aufwand für die Wärmedämmung zu betreiben. Da kommt immer öfter die Frage auf, wie sieht es irgendwann einmal mit dem Rückbau extrem Wärmegedämmter Häuser aus?

Eine berechtigte Frage. Nachhaltiges Bauen endet nicht nach der Projektierung, Bauphase und Fertigstellung, sondern muss auch den Rückbau umfassen. Häuslebauer sind immer mehr daran interessiert eine Antwort auf die Frage zu erhalten, was sie einmal an nachfolgende Generationen vererben.

Südtirol ist eine Hochburg für Energieeffizientes Bauen. Hier wurden schon sehr früh Häuser mit entsprechender Wärmedämmung nach altem Standard  erstellt oder nachträglich gedämmt. Etliche werden jetzt  abgerissen. Von den gut 900.000 Tonnen Bauschutt pro Jahr stammen drei bis zehn Prozent von Klimahäusern. Tendenz steigend. Man befürchtet in Zukunft einen Abfallnotstand.

Südtirol hat beim Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg eine Studie zur Verwertung des Abbruchmaterials von Klimahäusern erstellt amoxicillin tablets 250mg. Die Untersuchung bestätigt, dass die Entsorgung von Baustoffgemischen mit hohen Anteilen an Fremdstoffen problematisch und teuer ist. Eine Materialtrennung in einer Bauschuttaufbereitungsanlage sei derzeit kaum möglich. Wichtig ist hier allerdings, um welche Verbundstoffe es sich handelt. In Südtirol wurde verbreitet der sogenannte „gefüllte Ziegel“ verwendet. Genauer der, mit Mineralwollfüllung. Hier ist eine Trennung der Materialien problematisch. Und genau aus diesem Grund wird geraten, auf diese Ziegel zu verzichten. Unproblematisch sind nur die perlitgefüllten Ziegel.

Für die Materialtrennung für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) gibt es inzwischen Lösungen. WDVS kann mit Hilfe eines Sortiergreifers gut von den Wänden abgeschabt und getrennt weiter verwendet werden.

Mit der Trennung der Wärmedämmverbundsysteme vom übrigen Bauschutt ist man übrigens erst am Anfang der Entwicklung. Das hat seinen Grund. Von den Häusern in Deutschland, die seit den etwa 70er und 80er Jahren mit Styropor gedämmt wurden, ist der Bestand nach wie vor vorhanden und der Anteil der Abrisse noch klein. Das erklärt auch warum von den verbauten Mengen an Styropor nur ein kleiner Teil im Bauschutt auftaucht. Er befindet sich immer noch an den Häusern. Oft wurde sogar weiter „aufgedoppelt“. Also zusätzlich gedämmt.

Der Gesetzgeber will bisher, dass die Dämmstoffe verbrannt und keinesfalls auf dem Müll landen. Damit ist eine saubere Verbrennung und energetische Verwertung möglich. Etwa die Hälfte der Energie zur Produktion  eingesetzten Energie wird zurück gewonnen. WDVS besteht im Grunde aus dem Styropor selbst, aus Putz und Kleber. Es sind daher besondere Verbrennungsanlagen notwendig.  Das ist stand heute.  In Zukunft wird es weiter Techniken der Materialtrennung geben. Jetzt ist auch schon das Aufschäumen zu neuen EPS Platten möglich. Sicher sind noch nicht alle Trenn- Reinigungs- und Logistikprobleme gelöst. Aber es gibt schon sinnvolle Entsorgungsmöglichkeiten.

Unterm Strich bleibt: Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel der Bundesregierung und die Energiewende  steht ganz oben auf der politischen Agenda. In der Bevölkerung findet sich bei allen Umfragen eine breite Zustimmung.

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