Ein entscheidender Faktor, kontrollierte Lüftungstechnik!

Zu 80 bis 90 Prozent hält sich  der Mensch heute in geschlossenen Räumen auf. Die EnEV2012 schreibt nochmals 20 bis 30 Prozent verschärfte Maßnahmen zur Einsparung des Energiebedarfs für Gebäude vor. Das bedeutet noch höhere Anforderungen an den Wärmeschutz und Materialien.  Noch größere Anforderungen an die Bauausführung und Luftdichtheit der Gebäudehülle. Luftdichtheit ist also ein absolutes Muss.

Passt das mit dem Wunsch nach Wohlbefinden und Gesundheit zusammen? Wie Wohngesund wir in den Innenräumen leben hängt ab von den verwendeten Materialien für Wand, Decke und Boden.

1988 Federwolken

(Bild: Sommer Passivhaus GmbH)

Ein entscheidender Faktor ist eine kontrollierte Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung wie sie in Passivhäusern zum Einsatz kommt. Hohe Energieeffizienz mit gesundem Raumklima ist eine Vorausetzung um den gestiegenen Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden.

Wärmedämmungsmaßnahmen an Bestandsbauten, einhergehend mit entsprechenden Abdichtungsaufwendungen führen leicht zu einer Anreicherung von Schadstoffen im Innenraum. Durch ausgiebiges Lüften kann bei stärker belasteter Luft vorübergehend Abhilfe geschaffen werden. Viele Emissionen bleiben aber für unsere Nase unbemerkt und können gesundheitliche Probleme hervorrufen. Lüftungsdefizite können geruchliche Unbehaglichkeit, Überempfindlichkeit gegen chemische und biologische Stoffe hervorrufen. Das bedeutet eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens. Schadstoffe sind häufig in Lösungsmitteln von Klebstoffen, Weichmachern in Kunststoffen und Belägen oder Flammschutzmitteln in Textilien zu finden. Schon in geringen Konzentrationen können sie zu Unwohlsein, Kopfschmerzen, tränende Augen, gereizte Schleimhäute, Allergien, Übelkeit, chronische Reizungen oder Erschöpfungszustände führen.

Eine dichte Gebäudehülle und zu geringe Lüftung kann die Raumluftfeuchte so erhöhen, dass mit Schimmelbildung gerechnet werden kann. Das Raumklima ist also ganz wesentlich von gesunder Raumluft abhängig.  Und damit ist Wohnen ohne kontrollierte Lüftungsanlage heute kaum denkbar.

Was sind nun die wesentlichen Vorteile?

Feuchtigkeit, Schadstoffe und CO² (Kohlendioxid) werden ständig abgeführt und sorgen für hygienische Luftverhältnisse.

Bei Einbau eines Pollenfilters ist die Zuluft sauberer. Zusätzlich wird auch Straßenstaub ab gefiltert. Allergiker fühlen sich innerhalb der Räume wie in einer Oase.

Die Lärmbelästigung beschränkt sich auf ein Minimum denn trotz geschlossener Fenster erfolgt eine permanente Lüftung.

Energetische Vorteile, denn die in der Abluft enthaltene Wärmeenergie kann an die Zuluft abgegeben werden.

Im Sommer gibt es keine Belästigung durch Insekten, Geruchsbelästigungen werden reduziert, keine Zugluft beim Lüften. Die Nachtruhe ist erholsamer.

Die DIN 1646-6 schreibt die Erstellung individueller Lüftungskonzepte auch bei umfangreichen Modernisierungen der Gebäudehülle verbindlich vor. In  Passivhäuser ist dieses Konzept bereits integriert. Hier sorgt ein optimal abgestimmtes System mit Wärmerückgewinnung für ständig frische und saubere Luft. Seit Mai 2009 sind mit dieser DIN Regeln für die Belüftung von Wohngebäuden Grenzwerte sowie Berechnungsmethoden für den Luftaustausch festgelegt worden. Faktoren für die Berechnung sind der Dämmstandard, sowie  Art und Lage des Gebäudes

Die Kernpunkte der Norm sind die Festlegung von vier Lüftungsstuen unterschiedlicher Intensität:

Lüftung zum Feuchteschutz

Diese Stufe muss gemäß Norm ständig und nutzerunabhängig sicher gestellt sein. Sie beschreibt die Lüftung in Abhängigkeit vom Wärmeschutzniveau zur Gewährleistung des Gebäudes vor Feuchtigkeit.

Reduzierte Lüftung

Hier handelt es sich um eine notwendige Lüftung zur Gewährleistung des hygienischen Mindeststandards (Schadstoffbelastung)  und Bautenschutz bei zeitweiliger Abwesenheit. Diese Stufe muss weitgehend Nutzerunabhängig sein.

Nennlüftung

Hier wird die notwendige Lüftung zur Gewährleistung der hygienischen und gesundheitlichen Erfordernisse sowie des Bautenschutzes bei Normalnutzung der Wohnung beschrieben.

Intensivlüftung

Sie dient dem Abbau von besonderen Situationen wie sie z.B. beim Kochen , Waschen entstehen kann.

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